Schlagwort: Fehlerkultur

Fehler feiern – und loswerden

20120930_171551Griffig ist der Titel schon mal, aber was bringt die “Fuck-up-Night“, von der die  “Süddeutsche” (hier…) schreibt.
Hirnpsychologisch können wir alle jene Sachen besser vergessen, an die wir uns erinnern. Re-Flektion heißt das.
Dummerweise macht sich’s unser Hirn nämlich gerne mal gemütlich: So machen wir immer mal wieder auch die gleichen Fehler (ohne es zu merken), so können wir uns selber soo wunderbar in die Tasche lügen (“waren die Anderen / Pech / …”).
Deswegen braucht es Aufwand, damit wir uns zum Vergessen an das erinnern, was vielleicht gestern noch eine gute Idee war, aber möglicherweise nicht mehr taugt.
Der Laborleiter eines Frankfurter Chemieunternehmens rechnete mir mal vor, wie teuer und tödlich auch kleine Fehler richtig werden können. Deswegen brauchen wir in einer komplexen und dynamischen Welt (zumindest mehr als in jener traditionsgeprägten Welt aus Ackerbau und Industrie-Fertigungsband) eine “Fehlerkultur” (wieder so ein pompöses Wort), die uns Neuanfänge ermöglicht: “Lösungen Zweiter Ordnung”
Lesetipp für alle, die ihre Fehler noch nicht erkennen können: “Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen” von Rolf Dobelli. Leicht zu lesen, hat’s aber in sich…

"Creative risk-taking"

Was Ann Friedmann über Entwicklungen im Medienmarkt schreibt (hier…), kann man übertragen auf andere Märkte:

  1. Wenn einem die Situation die Stimmung vermiest, trotzdem lächeln, weil eine positive Haltung die Stimmung und den Erfolg fördern.
  2. “Alte Zeiten” kommen nicht zurück.Nur die Zukunft liegt vor uns.
  3. Es geht darum, kreativ und bedachtsam Risiken einzugehen, um dadurch Chancen zu nutzen.

In (m)einem Wort: Chancenmaximierung!
 

Hunderte Arbeitsplätze gerettet?

Heftige Arbeit heute: Betriebsrat und Geschäftsleitung eines Bildungsunternehmen müssen innerhalb von drei Wochen ihren Konzernvorstand davon überzeugen, dass Sie mindestens 2 Millionen Euro pro Jahr mehr verdienen können. Kein Leichtes, wenn man sich nicht über den Weg traut, sondern davon überzeugt ist, dass “die anderen” unbeweglich sind.
Ich frage mich, was ich zu in solchen Situationen beitrage:

  • Die Beteiligten kennen sich in ihrem Unternehmen und Markt besser aus als ich. Aber ich kann “dumme Fragen” stellen, die schlauere Antworten provozieren.
  • Betriebsrat und Geschäftsleitung kennen ihre Enpgässe als ich. Aber ich kann sagen, wenn hilflos geschwafelt wird und die Parteien sich in die eigene Tasche lügen.
  • Die Workshop-Teilnehmer bringen viele Argumente und Details. Aber ich kann diese mit etwas Abstand und im Vergleich zu anderen Unternehmen betrachten, einordnen und sortieren.

Das scheint zu helfen: Wir haben heute in acht heftigen Stunden 14 Verantwortungsträger auf ein Ziel ausgerichtet: einige hundert Arbeitsplätze retten. Morgen geht’s weiter und danach fängt die Arbeit erst an.
 
 

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