Institut für Soziale Intelligenz

Wissen - Erkennen - Anwenden

Kategorie: Medien

Kann ein „Digitales Wir-Gefühl“ facebook retten?

Wieso kann facebook existieren, besser: Wieso konnte es bisher exitierern? Weil Nutzer selbst Inhalte eingestellt und damit die „News Feed“ gefüllt haben.

Problem: Das tun die Menschen wohl immer weniger. Nach → socialmediawatchblog.de sei die Zahl der eingestellten Original-Inhalte um fast ein Drittel zurückgegangen. Die facebook-Nutzer teilen lieber Inhalte von anderen.
Problem dabei: Damit geht der Kuschelfaktor flöten, den die Menschen bei facebook gehalten haben. Wer sich in einem Netzwerk so „privat“ fühlt wie in einem öffentlichen Einkaufszentrum, verzieht sich lieber in private Gruppen oder Messenger-Systemen, so die Analyse.

Das könnte zeigen: Nur wer sozial intelligente System gestalten kann, gewinnt und behält das Vertrauen der Menschen. Mal sehen, was die Zukunft für facebook bringt: vom „Digitales Ich “ zum „Digitale Wir-Gefühl“…?

AlgorithmWatch will Codes prüfen

In Deutschlandradio erklärt Matthias Spielkamp, wie seine Initiative AlgorithmWatch dazu beitragen will, das Codes nicht nur zufällig zu bestimmten Ergebnissen kommen, die für den Einen oder die Andere von uns negativ oder positive Effekte haben könnte: → hier.

Fein, dass das Thema mehr Menschen auf den Plan ruft, die Künstliche Intelligenz (KI / AI) durch Soziale Intelligenz unterstützen wollen. Denn dann nur können uns die Maschinen so unterstützen, wie die Menschen es wollen – heute und in Zukunft.

Das scheint mir auch deswegen wichtig, weil die meisten Menschen derzeit weder den Unternehmen, noch dem Staat vertrauen, dass diese anständig mit ihren Daten umgehen:

Erwartet das Silicon Valley eine Europäische Antwort?

ZDF-Journalist Claus Kleber bringt aus dem Silicon Valley einen Impuls nach Europa, der uns Freuen und Fürchten machen könnte: Die ITler in Kalifornien glaubten soo sehr an Technik-Götzen, so Kleber, dass wir mit europäischer Distanz gute Chancen haben könnten, etwas mehr Leben in die Technik zu hauchen.

Dazu müssten wir runterkommen vom Sofa, sagt er im Deutschlandradio (hier…), und lädt ein zum Mitmischen. Wird gemacht: bei der www.Tour2017.Sozialintelligenz.de

Empathie: Keine Frage der Technik

Nehmen wir an, ein Roboter soll Schülern etwas beibringen. Dann reicht es nicht, wenn er mit monotoner Stimme sein Wissen weitergibt; dann muss die Maschine auch auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler re-agieren – möglichst einfühlsam. Das Zauberwort heißt „Empathie“.

The Birth of Artificial IntelligenceWenn sich Roboter auf Menschen empathisch einstellen sollen, ist das erst in zweiter Hinsicht eine technische Herausforderung. Vielmehr, so erklärt Psychologe Arvid Kappas in einem Deutsche Welle-Beitrag (hier…), muss zuvor geklärt werden, woraus empathisches Verhalten besteht.

IT-Gipfel: Drumherum am Bildungsziel vorbei?

Sven Astheimer ist FAZ-Redakteur und war wohl auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken. Dort sollte es um Bildung für die digitale Welt gehen. Was er in der FAZ schreibt (hier…), sieht für mich aus wie ein laaaanger Anlauf mit allzu kurzem Sprung: Klar werden sich Arbeit und damit Bildung im Digitalzeitalter verändern.
Gerne hätte ich mehr erfahren, welche Bildung nötig ist, „um mit Robotern und Algorithmen Schritt zu halten“ (schon das ist eine Formulierung, die ich für daneben halte: Menschen werden über Algorithmen hinausdenken, nicht lediglich „Schritt halten“). Mut zum Querdenken und Scheitern, Neugierige und Empathie – das ist der Fächerkanon, den Sven Astheimer aus Saarbrücken mitgebracht hat.

Expedition www20150119Um konstruktiv zu bleiben, gerade weil’s kribbelt: Ich fühle mich durch den FAZ-Beitrag ermutigt, Ansätze zu veröffentlichen, die ich seit einigen Jahren ausprobiere und verfeinere – auch wenn ich nicht so vermessen bin, sie für das Gelbe vom Ei zu halten.

Was Menschen lernen werden, um gut mit Algorithmen zu leben:

  • Systemische Spielregeln verstehen
  • eigene Motive und Talente reflektieren
  • Kommunikation mit Menschen und Maschinen gestalten

Klingt banal? Ist es nicht, wie ich selber erfahre.

Wer wissen will, wie ich die drei genannten Punkte umzusetzen suche, erfährt hier mehr…

Höhere Bananenpreise durch „Populismus“?

Vernetzt wie nie zuvor ist die weltweite Wirtschaft. Wenn’s nach der ökonomischen Theorie geht, profitieren alle davon – die Reichen, wie die Armen.

KondratieffAls „Populismus“ beschreibt nun Maurice Obstfeld, Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), nach einem Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ (hier…) jene Politik, die „für alle Probleme die Globalisierung verantwortlich macht“. Und genau dieser „Populismus“ gehe zu Lasten des globalen Welthandels und kann damit für höhere Preise bei Waren und Dienstleistungen sorgen: bei Erdöl, wie bei Bananen, …

Ohne den IWF für eine Institution zu halten, die den Stein der Weisen schon gefunden hat, scheint mir, dass Soziale Intelligenz auch für die globale Politik vonnöten ist. Da sind freilich noch einige Lösungen zu finden, auch für Fragen, die wir heute noch nicht wahr-nehmen wollen oder können.

Bullshit-Bingo und abnehmende Arbeitsproduktitvität

sinkende-arbeitsproduktivitaet-faz20160908Die FAZ (hier…) analysiert den Umstand, dass die Arbeitsproduktivität in der westlichen Welt nicht mehr bisher üblichen Maße steigt. Arbeitsproduktivität heißt, wie viel ein Mensch (in der Regel wird noch auf die Basiseinheit „Mensch“) gerechnet pro Stunde produzieren kann.

Die Grafik ist eindrücklich, die Analytiker ergehen sich in Mutmaßungen: „Innovationsparadox“, meint einer; die Wirkung von Innovationen lasse sich schlecht messen, sagt ein anderer.

Am ehrlichsten wirkt auf mich, dass wir falsch rechnen: Wer schon mal Bullshit-Bingo erlebt hat (für alle anderen, zeigt’s YouTube hier…), weiß wie in manchen Unternehmen gearbeitet wird.

Soziale Intelligenz sieht anders aus. Wahrscheinlich wäre deren Produktivität auch schwer messbar.

NACHTEAG: Eben fällt mir ein FAZ-Beitrag bom September 2004 in die Hände. Damals schon hofften die Wirtschaftsforscher auf Produktivitätssteigerungen aus Technik: mehr…stagnierende-arbeitsproduktivitaet